Maria Montessori
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 21. April 2009 um 14:47 Uhr Geschrieben von: Viktor von Blumenthal Freitag, 27. März 2009 um 21:37 Uhr


Der Weg, auf dem die Schwachen sich stärken, ist der gleiche wie der, auf dem die Starken sich vervollkommnen.
Wer war Maria Montessori?
(1870-1952)
Maria Montessori wurde 1870 in Italien geboren. Sie studierte als erste Frau Italiens Medizin und engagierte sich für Frauenemanzipation und Sozialreformen.
Während der Tätigkeit als Ärztin mit behinderten Kindern wuchs ihr Interesse für Pädagogik.
Durch unzählige Beobachtungen geistig behinderter Kinder entwickelte sie eine Methode zur Erziehung und Unterrichtung dieser Kinder. Der Erfolg war überwältigend.
Da sie mit einfachen Mitteln große Fortschritte bei behinderten Kindern erzielte, überlegte sie, wie sich die von ihr durch geduldige Beobachtung und vielfache praktische Versuche entwickelte Methode bei gesunden Kindern einsetzen lässt.
1907 eröffnete Maria Montessori das erste Kinderhaus in einem Armenviertel in Rom. Die verwahrlosten Kinder sollten von der Straße weg und erlebten das Glück einer verständnisvollen, kindgerechten Betreuung. Ausgewählte Angebote wurden von den Kindern dankbar aufgenommen, und es zeigten sich sehr schnell Erfolge und Entwicklungen, die selbst Maria Montessori nicht für möglich gehalten hätte.
Maria Montessori lernte durch die Beobachtungen und Veränderungen dieser Kinder und entwickelte ihre Methode ständig weiter.
Es waren die Kinder, die mehr wissen und lernen wollten. So wurde sie beispielsweise von 4jährigen Kindern wiederholt gebeten, ihnen Lesen und Schreiben beizubringen. Dies war gar nicht ihre Absicht; dafür sah sie die Schulen zuständig. Zunächst wehrte sie sich auch dagegen, aber die Kinder fragten sie immer wieder, so dass sie es schließlich einmal versuchte. Überrascht stellte sie fest, wie die Kinder mit viel Spaß und „wie nebenbei" in kurzer Zeit lesen und schreiben konnten.
Durch solche und viele ähnliche Beobachtungen entstand das, was schließlich als „Montessori-Pädagogik" bezeichnet wurde.
Es handelt sich also nicht um ein rein theoretisches Konzept, sondern auch um die Umsetzung der in der praktischen Arbeit und Beobachtung mit Kindern gewonnenen Erfahrungen.
Diese Erfahrungen hat Maria Montessori zunächst an italienische Erzieherinnen weitergegeben. Schnell wurden ihre Erfolge in der ganzen Welt bekannt und beachtet. Maria Montessori nahm sich daraufhin vor, ihre Erkenntnisse möglichst vielen Kindern zugute kommen zu lassen. Sie reiste nicht nur durch Europa, auch in den USA, in Südamerika und Indien hielt sie Vorträge und leitete Ausbildungskurse.
1924 wurde die Montessorimethode an den italienischen Grundschulen eingeführt. Nach Konflikten mit dem italienischen Faschismus wurden 1934 die Montessori-Schulen geschlossen. Die deutsche Montessori-Bewegung wurde 1933 durch den Nationalsozialismus zerstört.
Nach Ende des zweiten Weltkrieges setzte Maria Montessori ihre Ausbildungstätigkeit weltweit fort. 1952 starb sie in den Niederlanden.
(Auszug aus: Eva Müller; „Eine kleine Einführung in die Montessori-Pädagogik"; Landau 2000)
Die Pädagogik Maria Montessoris steht für:
- Selbstbestimmtes Lernen im Einklang mit den Entwicklungsimpulsen des Kindes
- Selbstgesteuertes Lernen im Rahmen der „vorbereiteten Lernumgebung"
- Handelndes, materialgeleitetes Lernen in der Freiarbeit
- Lernen ohne Vergleich und Bewertung
- Lernen in altersgemischten Gruppen
- Lernen entsprechend den neurobiologischen Grundlagen menschlichen Wissensaufbaus
- Lernen in Übereinstimmung mit den Inhalten der Hessischen Rahmenpläne



