Häufig gestellte Fragen
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 01. April 2009 um 15:36 Uhr Geschrieben von: Viktor von Blumenthal Donnerstag, 26. März 2009 um 19:28 Uhr
Welche Schulform hat unsere Montessori-Schule?
Unsere Schule ist eine Grundschule (Klassen 1 bis 6). Träger der Schule ist die Montessori-Initiative Marburg e.V.. Wir haben zum Schuljahr 2008/2009 mit einer altersgemischten Lerngruppe der Klassen 1-4 angefangen. Zum Schuljahr 2009/10 werden wir weitere Kinder der Klassenstufen 1 bis 5 aufnehmen. Dann wird die Schule mit 2 altersgemischten Gruppen (Klassenstufen 1 bis 3, 4 bis 6) arbeiten. Der Übergang auf die weiterführenden Schulen erfolgt in der Regel nach Klasse 6. Die Schüler/innen werden ihren Begabungen entsprechend optimal gefördert (inklusive Vorbereitung auf G 8), damit der Übergang zu der für sie angemessenen weiterführenden Schule gelingt.
Unterrichtsinhalte und Stundentafeln entsprechen dem Hessischen Rahmenplan.
Die an den Unterricht anschließende Betreuung, das Mittagessen und der Angebotsbereich können nach Bedarf gewählt werden.
Welche Kinder können die Montessori-Schule besuchen?
Alle Kinder der Stadt Marburg und des Landkreises Marburg- Biedenkopf können die Schule besuchen.
Ein Quereinstieg aus anderen Grundschulen ist möglich.
Wie sieht ein Tag in der Montessori-Schule aus?
Der Schulvormittag beginnt um 7:30 Uhr mit einer Gleitzeit bis 8 Uhr. Innerhalb der Gleitzeit können die Kinder in der Schule ankommen, sich leise untereinander austauschen, spielen oder bereits in den Arbeitsprozess einsteigen. Um 8 Uhr beginnt der verbindliche Unterricht mit dem Morgenkreis. Hier erzählen die Kinder von ihren Erlebnissen, es wird gemeinsam gesungen, und es werden aktuelle Probleme und Anliegen besprochen. Ebenso werden die Besonderheiten des jeweiligen Tages dargelegt. Stilleübungen ergänzen den Morgenkreis.
Um 8:30 Uhr beginnt die Freiarbeit, das Kernstück der Montessori-Pädagogik. In dieser Zeit können die Kinder frei nach ihrem aktuellem Interesse Lernmaterialien auswählen und bearbeiten. Dabei arbeiten sie in ihrem individuellen Lerntempo und nehmen sich Entspannungs-, Bewegungs- und Essenspausen, wie es ihrem Rhythmus entspricht.
Die Freiarbeit mündet in eine gemeinsame Bewegungs-Pause von 10:00 Uhr bis 10.30 Uhr.
Je nach Alter und Klassenstufe nehmen die Kinder im Anschluss am gebundenen Unterricht teil. Die Kernschulzeit endet zwischen 11:30 Uhr und 13 Uhr.
Für die Zeit nach Schulschluss stellen wir mit Mittagessen, Angebotsbereich und Betreuung als Bausteine zur Verfügung, die Eltern individuell zusammenfügen können. Die Schulbetreuung beginnt um 11:30 Uhr und endet gestaffelt um 14.30 Uhr bzw. um 17 Uhr.
Gemeinsames Mittagessen und Mittagspause sind von 13 bis 14 Uhr. Kreative und sportliche Angebote werden zwischen 14 Uhr und 17 Uhr durchgeführt.
Am Freitag endet die Schule um 13.15 Uhr.
Kann mein Kind in der Freiarbeit machen, was es will?
Das Kind kann selbst bestimmen, welche Materialien es bearbeiten möchte, mit wem es die Aufgaben eventuell gemeinsam durchführen möchte und mit welchem Tempo es die Übungen vollzieht. Auch kann es selbstständig Ruhe- oder Bewegungspausen zwischen den Einheiten einlegen. Freie Wahl erfordert eine innere Entscheidung, einen guten Kontakt zu sich selbst und den eigenen inneren Impulsen. Das ist ein aktiver und bewusster Vorgang, der ein hohes Maß an Selbstkompetenz zeigt, aber auch erfordert. Nicht jedes Kind kann sofort mit dieser Freiheit umgehen. Für viele Kinder ist es ein langer Weg, bis sie gelernt haben, sich zu entscheiden, bei einer Arbeit zu bleiben und sie zu Ende zu bringen. Die Lehrer/innen (Lernbegleiter/innen) unterstützen die Kinder auf diesem Weg.
Vereinbarte Regeln müssen dabei von allen Kindern beachtet werden. Jedes Material ist in der Klasse nur ein Mal vorhanden, so dass sich die Kinder untereinander absprechen müssen. Auch die Altersmischung trägt ihren Teil zur Stärkung der sozialen Kompetenz bei. Ähnlich wie in einer Familie profitieren die verschiedenen Altersgruppen voneinander.
Welche Aufgaben haben die Lehrer/innen einer Montessori-Schule?
Montessori-Lehrer/innen verstehen sich nicht in erster Linie als Lehrende, sondern vielmehr als Begleiter/innen und Helfer/innen der selbstständigen Kinder. Sie gestalten und pflegen gemeinsam mit den Kindern die vorbereitete Umgebung, die sämtliche Lehrinhalte der Klassen 1 bis 6 umfasst. Nach und nach führt der/die Lernbegleiter/in die Kinder in den Umgang mit den Materialien ein. Den Lernbegleitern/innen kommt die Aufgabe zu, die Entwicklung der Kinder aufmerksam zu beobachten und mitzuverfolgen, um im geeigneten Moment Angebote zu machen oder Hilfestellung zu geben. Auch dokumentieren sie die Entwicklung des Kindes: Könnerscheine, Lerntagebücher und Leistungskontrollen, die zu einem von den Kindern selbst gewählten Zeitpunkt stattfinden, geben Aufschluss über den Lernstand.
Weiterhin gehört der behutsame Umgang mit Fehlern und Korrekturen zu ihren Aufgaben. Kinder müssen in Würde Fehler machen können, sie gehören zu jedem erfolgreichen Lernprozess dazu.
Was kommt auf die Eltern zu?
Eltern, die sich für eine Montessori-Schule entscheiden, wählen einen besonderen Weg für ihre Kinder. Deshalb ist eine Auseinandersetzung mit der Pädagogik Maria Montessoris unerlässlich, um nachvollziehen zu können, wie und was ihr Kind an der Schule lernt und erlebt. Wir streben einen regen Austausch zwischen Schule und Eltern an, damit sich das Vertrauen in die Schule und die Fähigkeiten der Kinder weiterentwickeln und ausbauen kann.
Weiterhin verstehen wir die Schule als Lebens- und Lernwelt der Kinder, die einer stetigen Pflege und Gestaltung bedarf. Eltern werden hier gebraucht, um sich an dieser Aufgabe zu beteiligen, sei es bei Arbeiten auf dem Schulgelände, beim Engagement in einer Arbeitsgruppe oder bei der Vorbereitung von Festen.
Schulen in freier Trägerschaft erhalten in den ersten drei Jahren keine staatlichen Zuschüsse. Auch wir sind zur Deckung des Finanzbedarfs unserer Schule auf Modelle angewiesen, die ein zinsloses Darlehen und eine Bürgschaft der Eltern vorsehen (für die Zeit, in der ihr Kind die Schule besucht). Darüber hinaus erheben wir ein monatliches Schulgeld, das 220 € betragen wird.
Wie gestaltet sich der Übergang zu weiterführenden Schulen?
Nach den Erfahrungen anderer Montessori-Schulen sind beim Wechsel auf eine weiterführende Schule keine besonderen Schwierigkeiten zu beobachten. Die Kinder haben in der Regel nicht nur die vom Lehrplan erforderten Ziele erreicht, sondern zeichnen sich darüber hinaus durch ein hohes Maß an Selbstständigkeit, Flexibilität, Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer sowie sozialer Kompetenz aus.
In der Montessori-Schule lernen die Kinder im freien und gebundenen Unterricht viele verschiedene Unterrichtsmethoden kennen (Projektarbeit, Gruppenarbeit, Präsentationen etc.), die sie in den weiterführenden Schulen wieder antreffen werden. Darüber hinaus werden wir unsere Schüler/innen auf die Anforderungen der neuen Schulen gezielt vorbereiten. In Klasse 6 beginnen wir in leistungshomogenen Gruppen Klassenarbeiten zu schreiben, die aber nach wie vor erfolgreich zu bewältigen sein sollen. Die Leistungsbeurteilung durch Noten wird mit den Kindern besprochen und ihr Sinngehalt und ihre Gesellschaftsrelevanz diskutiert.
Ende der 6. Klasse wird jede verbale Beurteilung durch ein Notenzeugnis ergänzt.


